WAS DICH ERWARTET
Verweigernd. Provokant. Herausfordernd. Rätselhaft - Das Basissinn-Konzept® lädt dazu ein, schwierige Verhaltensweisen von Kinder mit neuen Blickwinkeln zu betrachten.
Neurodivergente Kinder und Jugendliche nehmen ihre Umwelt, ihre Mitmenschen und auch ihren eigenen Körper anders wahr als Menschen, die gemeinhin als neurotypisch bezeichnet werden. Und deshalb unterscheiden sich auch die Lernstrategien und Lösungsideen von Kinder im Autismusspektrum von jenen Entwicklungsstrategien, welche die meisten anderen für sich nutzen.
Von Neurodivergenz betroffene Kinder haben längst sinnvolle, clevere Strategien und Verhaltensweisen für sich entwickelt, die ihnen helfen persönliche Herausforderungen zu meistern. Wozu es insbesondere und naheliegenderweise auch seine ganz persönlichen Wahrnehmungsbesonderheiten nutzt. Diese zeigen sich in reizsuchendem und reizvermeidendem Verhalten hinsichtlich einzelner Sinne. Bisweilen nerven uns die sich daraus ergebenden Verhaltensweisen. Aber sie laden uns Begleitende zugleich ein, mit wertschätzenderem und kreativerem Blick darauf zu schauen - sei es in therapeutischen Situationen, in anderen 1:1-Kontakten oder im Rahmen von Großgruppenherausforderungen in Bildungsinstitutionen. Inklusion darf dadurch leichter, entwicklungsanstoßender und freudvoller werden.
Besonders großes Potential für das Einnehmen neuer Blickwinkel auf Verhalten bergen unsere drei Basissinne: Das taktile System, der Gleichgewichtssinn, die Tiefensensibilität.
Methodisch leiten uns im Verlauf dieses Seminars: Präsentation, Arbeitsgruppen (via Breakout-Räumen), kleine Wahrnehmungsselbsterfahrungen (dafür sollen die Teilnehmenden bitte dicke Handschuhe bereit halten), kurze Filmausschnitte, Kindvorstellung (unter Wahrung der Anonymität).
Zudem wird der Beobachtungsbogen des Basissinn-Konzeptes® vorgestellt.
Lernziele:
- Der Zusammenhang von Verhalten und Wahrnehmung wird erkannt. Diese Erkenntnis ermöglicht es mit neuen Blickwinkeln auf Verhalten zu schauen
- Das Schema Reizsuche/Reizvermeidung bringt Teilnehmende in Handlungsfähigkeit, indem es innovative Umgangsmöglichkeiten schafft und Spielräume erweitert
- Persönliche Wahrnehmungsbesonderheiten von Kindern (nicht nur) im Autismusspektrum können wertgeschätzt und für die therapeutische/pädagogische Arbeit kreativ genutzt werden
SEMINARZEITEN UND UNTERRICHTSEINHEITEN
02.10.2027, 09:00 - 16:15 Uhr, 8 UE
Kurzvita Dozent:in
Andreas Heimer war 35 Jahre im Kinder- und Jugendbereich physiotherapeutisch tätig.
Seit seiner Ausbildung zum Therapeuten für Sensorische Integration 1994/95 am Institut für Kindesentwicklung (IKE, ärztl. Leitung: Dr. Inge Flehmig) beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Wahrnehmung und Verhalten.
Andreas Heimer hat das Basissinn-Konzept® entwickelt und bislang zwei Bücher zu diesem Thema veröffentlicht.
Als Dozent gibt er Seminare und hält Vorträge zu inklusiven Themen wie Wahrnehmungsbesonderheiten und Neurodivergenz.
Therapeutische und pädagogische Fachkräfte sowie Eltern berät er als Trainer für Inklusion.