WAS DICH ERWARTET
Die Behandlung stotternder Menschen erfordert ein flexibles Repertoire an Methoden und die Sicherheit, diese passgenau auf die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abzustimmen. Erfolgreiche Stottertherapie ist immer ein Zusammenspiel: Während die emotionale Begleitung das Fundament bildet, ist die präzise sprechmotorische Arbeit das Handwerkszeug.
Dieses Webinar gibt Ideen zur Sequenzgestaltung und Übungsauswahl des sprechmotorischen Aspekts für verschiedene Therapiebereiche in der Stottermodifikationstherapie und liefert zudem Ideen für den Einsatz von Techniken in der Sprechrestrukturierung. Der Fokus liegt auf Ideen der Sequenzgestaltung.
Inhalte:
- Methoden-Update: Gegenüberstellung von Stottermodifikation (Non Avoidance) und Fluency Shaping. Wann ist welcher Ansatz indiziert? Wie lassen sich Elemente beider Wege auf verschiedenen Therapieebenen sinnvoll kombinieren?
- Körper & Wahrnehmung: Übungssammlung zur Sensibilisierung der Eigenwahrnehmung als Basis für die Veränderung im Redefluss
- Detektivarbeit: Schulung von Fremd- und Eigenwahrnehmung für das Sprechen im Allgemeinen und das Stottern
- Analysekompetenz: Praktische Übungen zur Differenzierung und Identifikation von flüssigen und unflüssigen Redeanteilen (Symptomcheck)
- Technik-Training: Übungsideen zum Einüben von Modifikations- bzw. Fluency-Shapingtechniken - Sequenzgestaltung von der ersten Anbahnung im geschützten Raum bis hin zur Festigung
- Transfer 2.0 - Raus aus der Komfortzone: Strategien für den Alltag. Von der Telefonralley im Therapieraum bis zur Outdoor-Aktivität
- Zukunftschance KI als Co-Therapeut: Wie können KI-Tools (z. B. Sprachassistenten oder Feedback-Apps) die Transferarbeit unterstützen und die Motivation steigern?
- Aspekt der Motivation: Erfassung der Therapiebereitschaft
Voraussetzungen:
Dieses Webinar versteht sich als Vertiefung. Kenntnisse über Modifikationstechniken (Pseudostottern, Prolongation, Pull-out, …) sowie gängige der Sprechrestrukturierungstechniken werden vorausgesetzt. Diese Techniken werden nicht isoliert neu erarbeitet.
SEMINARZEITEN UND UNTERRICHTSEINHEITEN
13.10.2027, 17:30 - 20:00 Uhr, 3 UE
Kurzvita Dozent:in
Sascha Inderwisch schloss seine Ausbildung zum Logopäden 2009 an der Lehranstalt für Logopädie in Rheine ab.
Anschließend war er einige Jahre als Logopäde in einem ambulanten Therapiezentrum für Kinder und Erwachsene in Augsburg tätig und arbeitete anschließend in verschiedenen Praxen und klinischen Einrichtungen u.a. in der Abteilung für Physikalische Frührehabilitation im Städtischen Klinikum München-Bogenhausen und im Konsildienst der Stroke-Unit im Stadtkrankenhaus Schwabach mit den Schwerpunkten Dysphagie und TK-Management.
Sascha Inderwisch ist Dozent für die Fächer "Laryngektomie" und „Redeflussstörungen“ an verschiedenen Berufsfachschulen für Logopädie und absolvierte berufsbegleitend das Bachelorstudium der „Medizinalfachberufe“ (FH-Nordhessen) und das Masterstudium „Erwachsenenbildung“ (TU Kaiserslautern).
Von 2014 bis 2020 war er primär als Lehrlogopäde (Unterricht und Supervision) an der Berufsfachschule für Logopädie in Fürth für die Fachbereiche "Redeflussstörungen" und "Dysphagie", und zuletzt an der Staatlichen Berufsfachschule für Logopädie am Klinikum der Universität München für den Fachbereich "Neurologische Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen" tätig.
Derzeit ist Sacha Inderwisch als Referent an verschiedenen Bildungseinrichtungen in der Aus- und Weiterbildung von LogopädInnen tätig und arbeitet überdies als Logopäde in eigener Praxis.