WAS DICH ERWARTET
In diesem eintägigen Online-Seminar vertiefst du deine diagnostischen Kompetenzen im Bereich Stottern und lernst, diagnostische Befunde im Sinne der ICF differenziert einzuordnen.
Zu Beginn stehen frühe Einschätzungs- und Beratungsfragen im Mittelpunkt: Welche Hinweise sind bei stotternden Kindern im Vorschulalter bedeutsam? Welche Screeningverfahren können Angehörige und Fachpersonen bei der ersten Orientierung unterstützen? Darauf aufbauend werden zentrale Aspekte der Stotterdiagnostik systematisch erarbeitet – von der quantitativen Erfassung über die qualitative Analyse einzelner Stotterereignisse bis hin zur differenzialdiagnostischen Abgrenzung gegenüber funktionellen Sprechunflüssigkeiten.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der praktischen Anwendung des Stuttering Severity Instrument nach Riley. Anhand ausgewählter Videobeispiele übst du, Stottersymptome strukturiert zu beobachten, auszuwerten und den Schweregrad nachvollziehbar zu bestimmen. Ergänzend werden standardisierte Fragebögen vorgestellt, mit denen sich psychosoziale Belastungen, kommunikative Einschränkungen und Auswirkungen auf die Lebensqualität erfassen lassen.
Nach dem Seminar verfügst du über mehr Sicherheit in der diagnostischen Einschätzung von Stottern. Du kannst Stottern fachlich begründet von anderen Sprechunflüssigkeiten unterscheiden, den Schweregrad differenziert einschätzen und psychosoziale Einflussfaktoren systematisch in deine Diagnostik einbeziehen. Damit schaffst du eine fundierte Grundlage für Therapieplanung, Beratung und Verlaufskontrolle.
Begleitend zum Seminar erhältst du für einen begrenzten Zeitraum Zugang zu einem digitalen Materialbereich mit ergänzenden Unterlagen, Videobeispielen und weiterführenden Inhalten. Dieser Bereich bietet zusätzlich die Möglichkeit, offene Fragen zu klären, fachliche Impulse zu vertiefen und sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen. Auch eigene urheberrechtsfreie Materialien können dort eingebracht werden, sodass der Praxistransfer über den Seminartag hinaus unterstützt wird.
SEMINARZEITEN UND UNTERRICHTSEINHEITEN
06.02.2027, 09:00 - 16:15 Uhr, 8 UE
Kurzvita Dozent:in
Seit 30 Jahren ist Georg Thum ausschließlich in der Stottertherapie tätig. Er konzipierte die Intensivtherapie „Stärker als Stottern" und führt den methodenkombinierten Ansatz auch ambulant in eigener Praxis durch.
Zudem ist er an der Ludwig-Maximilians-Universität München als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich „Redeflussstörungen“ tätig und leitet dort die Stotterberatungsstelle.
Er war Mitautor der S3-Leitlinie „Redeflussstörungen“ (2016) und Autor zahlreicher Veröffentlichungen, wie die Neuauflage des Ratgebers „Stottern, Schule und Inklusion“ (2024) bei der Bundesvereinigung Stottern und Selbsthilfe e.V. (bvss)