WAS DICH ERWARTET
Selbst den kompetentesten und engagiertesten Kindersprachtherapeut*innen begegnen in ihrer Arbeit Verhaltensweisen, die als provokant, verweigernd, herausfordernd oder rätselhaft empfunden werden. Bisweilen nervt solches Verhalten schlicht, oft erschöpft es uns und nagt an unserer Kreativität. Dynamiken, die sich daraus ergeben, stehen Therapieerfolgen regelrecht im Weg.
Die innovativen Blickwinkel des Basissinn-Konzeptes® bergen Potential, genau diese schwierigen kindlichen Verhaltensweisen besser zu verstehen, indem sie als persönliche Strategien anerkannt werden - nämlich als clevere, auch sinnvolle Strategien mit persönlichen Wahrnehmungsbesonderheiten zurecht zu kommen. Auf diese Weise kann Wertschätzung und Nutzbarmachung entstehen. Zusammenhänge zwischen Wahrnehmung und Verhalten sind dabei leitend - und inspirierend. Wahrnehmungsbesonderheiten im Sinne von Unter- und Überempfindlichkeiten (und in der Folge Reizsuche und Reizvermeidung) lassen sich dadurch kreativ und entwicklungsanstoßend aufgreifen.
Von ganz besonderer Bedeutung für die Entwicklung von Handlungsideen und Umgangsmöglichkeiten sind unsere drei Basissinne: Das taktile System, der Gleichgewichtssinn, die Tiefensensibilität. Kindersprachtherapie darf dadurch leichter und freudvoller werden.
Methodisch leiten uns im Verlauf dieses QuickPlus-Seminars: Präsentation, kurze Arbeitsgruppen (via Breakout-Räumen), kleine Wahrnehmungsselbsterfahrungen (dafür sollen die Teilnehmenden bitte dicke Handschuhe bereit halten), kurze Filmausschnitte.
Zudem wird der Beobachtungsbogen des Basissinn-Konzeptes® vorgestellt.
Lernziele:
- Der Zusammenhang von Verhalten und Wahrnehmung wird erkannt. Diese Erkenntnis ermöglicht es mit neuen Blickwinkeln auf Verhalten zu schauen
- Das Schema Reizsuche/Reizvermeidung bringt Teilnehmende in Handlungsfähigkeit, indem es innovative Umgangsmöglichkeiten schafft und Spielräume erweitert
- Persönliche Wahrnehmungsbesonderheiten von Kindern können wertgeschätzt und für die sprachtherapeutische Arbeit kreativ genutzt werden
- Therapeutische Sackgassen erhalten neue Impulse
SEMINARZEITEN UND UNTERRICHTSEINHEITEN
22.06.2027, 17:30 - 20:00 Uhr, 3 UE
Kurzvita Dozent:in
Andreas Heimer war 35 Jahre im Kinder- und Jugendbereich physiotherapeutisch tätig.
Seit seiner Ausbildung zum Therapeuten für Sensorische Integration 1994/95 am Institut für Kindesentwicklung (IKE, ärztl. Leitung: Dr. Inge Flehmig) beschäftigt er sich intensiv mit den Zusammenhängen zwischen Wahrnehmung und Verhalten.
Andreas Heimer hat das Basissinn-Konzept® entwickelt und bislang zwei Bücher zu diesem Thema veröffentlicht.
Als Dozent gibt er Seminare und hält Vorträge zu inklusiven Themen wie Wahrnehmungsbesonderheiten und Neurodivergenz.
Therapeutische und pädagogische Fachkräfte sowie Eltern berät er als Trainer für Inklusion.