WAS DICH ERWARTET
In der Aphasietherapie werden klassisch die jeweiligen Symptome untersucht und behandelt. Dies ist unentbehrlich, zielführend und wichtig für die PatientInnen. Der dadurch bedingte Fokus auf die Schwächen kann jedoch alleinstehend auf Dauer die Gefahr bergen, dass die individuellen Bedürfnisse und Ressourcen vernachlässigt werden. Daraus können für die PatientInnen Frustration, mangelnde Krankheitsverarbeitung und fehlende Neuorientierung in der veränderten Situation entstehen.
Dieses Kurzseminar soll den Blickwinkel der TherapeutInnen in der Aphasietherapie erweitern. Nach kurzem theoretischen Hintergrund mit Fakten zu Aphasie, Krankheitsverarbeitung sowie System und Grundbedürfnissen werden anhand eines Fallbeispiels Methoden aus der systemischen Beratung verknüpft. Mit ihrer Unterstützung sollen den individuellen Bedürfnissen, dem Umfeld, bzw. System der PatientInnen und der konkreten aktuellen Teilhabe mehr Beachtung geschenkt werden.
Die kurzen Methoden werden vorgestellt, demonstriert und im Austausch ggf. auch anhand eigener Fälle besprochen. Das Ziel ist die Möglichkeit der konkreten Anwendung im Anschluss an das Seminar. Auf diese Weise soll die Therapie zusätzlich auch kurzfristigere Ziele adressieren, wie die Steigerung der Lebensqualität und Finden der eigenen Rollen im System.
Das Kurzseminar eignet sich für alle TherapeutInnen in der Aphasietherapie im ambulanten Setting.
SEMINARZEITEN UND UNTERRICHTSEINHEITEN
09.06.2027, 17:30 - 20:00 Uhr, 3 UE
Kurzvita Dozent:in
Nach dem Abschluss als Logopädin in den Niederlanden (B.Sc.) studierte Lisa Ehlen 2015 Lehr- und Forschungslogopädie (M.Sc) in Aachen und arbeitete 5 Jahre auf der Aphasiestation (UK Aachen) in der intensiven Aphasiebehandlung.
Darauf folgte eine Mitarbeit in einem Forschungsprojekt zur Spontansprache bei Aphasie.
Seitdem ist sie in einer Praxis als Logopädin für neurologische Störungsbilder, selbstständige systemische Coachin u.a. bei Aphasie, sowie als freiberufliche Dozentin tätig.